Migration zum NGN
Von Klaus Pollak, Head of Consulting and Projects bei KeyMile in Hannover
Noch haben viele Netzbetreiber ihre leitungsvermittelten TDM-Netze im Einsatz. Mittelfristig aber führt kein Weg an einem Next-Generation-Network (NGN) vorbei.
Schritt 1: Vorbereitung im Zugangsnetz
Ein IP-Multi-Service-Access-Node (IP-MSAN) vereint im Zugangspunkt die Technik zur Bereitstellung von Telefon- und DSL-Anschlüssen. In einem IP-MSAN lässt sich die TDM-Sprachübertragung auf VoIP migrieren, indem die Richtung Kernnetz verwendete V5-Schnittstelle auf paketbasierte Weiterleitung umgestellt wird.
Schritt 2: VoIP im Kernnetz
Die Fernvermittlungsstellen im Kernnetz des öffentlichen Telefonnetzes müssen Abschnitt für Abschnitt durch “Vermittlungen” für VoIP-Daten (Softswitch) und Gateways zum bisherigen Telefonnetz ausgetauscht werden.
Schritt 3: VoIP im Heimnetz
Wo es bereits Breitband-Zugangsnetze gibt, sollten bei den Teilnehmern IP-fähige Endgeräte für die Sprach- und Multimedia-Übertragung installiert werden. Wer ein IP-fähiges Endgerät benutzt oder ein herkömmliches Telefon an ein Residential Gateway (DSL-Router mit Telefoniefunktion) anschließt, erhält einen reinen IP-Zugang zum Telekommunikationsnetz.
Schritt 4: VoIP im Zugangsnetz
Die Ortsvermittlungsstellen im Randbereich des öffentlichen Telefonnetzes müssen ebenfalls durch Softswitches und Media-Gateways am Netzübergang ersetzt werden. Die Media-Gateways haben vor allem die Funktion, die noch zu übermittelnden traditionellen Telefoniedaten in VoIP umzuwandeln.
Schritt 5: Das leitungsvermittelnde Festnetz aufgeben
Im letzten Migrationsschritt zu einer einheitlichen IP-basierten Infrastruktur muss die verbliebene vermittlungsorientierte Ausrüstung ersetzt werden, darunter die noch verbliebenen Endgeräte für leitungsvermittelte Telefonie.