Infrastruktur unter Wasser
Untersee-Netzwerke sind nach wie vor unerlässlich für die schnelle weltweite Datenkommunikation. Als Alternative zu Satelliten-Verbindungen können Tiefseekabel immense Datenmengen über große Distanzen und mit deutlich geringerer Laufzeit der Signale transportieren.
Aber: Um mit den überproportional wachsenden Anforderungen, bedingt durch den interkontinentalen Web-Traffic und die zunehmende Verbreitung von Internet-fähigen Handys, mithalten zu können, machen Kapazitäts-Erweiterungen den Untersee-Kabelbetreibern schwer zu schaffen.
Auch der wachsende Wohlstand in bislang unterentwickelten Märkten, wo hunderte Millionen Menschen gerade beginnen, das Internet zu benutzen, zwingt die Betreiber zu neuen Investitionen.
Eines der aktuellen Verkabelungs-Projekte ist die Versorgung des afrikanischen Kontinents mit vier insgesamt 17.000 km langen Glasfaser-Strecken. Sie sollen an Afrikas Ostküste die Regionen Kenia, Tansania, Mosambik und Südafrika mit dem Rest der Welt verknüpfen - und 250 Millionen Afrikanern den Zugang zum Web ermöglichen.
Dazu Jagdeep Singh, CEO von Infinera, einem Ausrüster für Untersee-Netzwerke: “Die Betreiber von Tiefsee-Kabeln stehen vor der Herausforderung, dass der Bedarf an Bandbreite weit schneller zunimmt als mögliche Gewinne.”
Nicht nur die Installation von neuen Kabeln, auch die Aufrüstung bestehender Medien ist zeitintensiv und teuer. So verlangen die Betreiber immer mehr Kanäle und Datenraten von 40 bis 100 Gbit/s pro Kanal.
Um den Zeitpunkt und die Investition in neue Untersee-Verkabelungen zu verschieben, werden Upgrades, die an den Endpunkten der Untersee-Netzwerke aus installiert werden, zu einer attraktiven Lösung für Kabelbetreiber, die auf der Suche nach vereinfachtem Betrieb und verringerten Kosten sind, ohne dafür ein völlig neues Untersee-Netzwerk installieren zu müssen.