FAQs zum Outdoor-WLAN
Von Eckhart Traber, Technical Consultant bei Lancom
Der Begriff “Outdoor-WLAN” wird für folgende Anwendungen verwendet:
- Punkt-zu-Punkt-Richtfunk
- Relais-Betrieb („Verlängerung“ von Funkstrecken)
- Wireless Distribution Systeme (Punkt-zu-Mehrpunkt-Verbindungen)
- Campus-Ausleuchtungen
- Öffentliche WLAN-Internetzugänge (“WLAN-Hotspots”) im Außenbereich
Access Points für den Einsatz im Freien
Ist die im Freien aufzustellende Antenne in unmittelbarer Nähe zu einem Gebäude, können Indoor Access Points mit externen Antennenanschlüssen verwendet werden.
Ist dies nicht möglich, muss man auf robustere Outdoor Access Points ausweichen, deren Schutzgehäuse staubdicht und strahlwasserfest und bei kurzzeitigem Eintauchen sogar wasserdicht sind.
Einzelne OAPs sind in einem Temperaturbereich von -30°C bis +70°C einsetzbar oder salznebelbeständig. Zur permanenten Installation in Salzwasser-Umgebungen, darunter in Häfen oder auf Schiffen, wird ein Kunststoff-Umgehäuse empfohlen.
Kann 802.11n ein Outdoor-WLAN verbessern?
Der neue Standard verbessert Reichweite und Datendurchsatz von Punkt-zu-Punkt-Strecken. Durch die gleichzeitige Übertragung von horizontal und vertikal polarisierten Wellen stehen auf einer Frequenz zwei unabhängige Übertragungswege zur Verfügung.
Damit steht auch für Punkt-zu-Punkt-Strecken der volle Performance-Gewinn der 802.11n MIMO-Technik zur Verfügung. In der Praxis hat sich gezeigt, dass bei Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ein Nettodurchsatz bis 130 Mbit/s erreicht werden kann.
Geht Sendeleistung verloren?
Alle Buchsen, Steckerkontakte, Kabel und Überspannungsschutzadapter wirken auf die Sendeleistung dämpfend. Die Kabelverbindung zwischen Access Point und externer Antenne sollte also möglichst kurz sein.
Je nach Zustand und Qualität kann man in der Praxis einen Steckkontakt und einen Überspannungsschutzadapter pauschal mit 1 dB Dämpfung taxieren. Antennenkabel haben je nach Frequenzbereich und Qualität Dämpfungen zwischen 0,5 und 1 dB pro Meter.
Optimal sind Outdoor Access Points mit integrierten Antennen. Bei Nutzung von Access Points mit externen Antennen spielen jedoch oftmals auch Dinge wie Verlegefreundlichkeit des Kabels mit Flexibilität und Biegeradius eine wichtige Rolle.