99,999 reichen nicht
Bei allen Vorteilen, die Cloud-Computing auf den ersten Blick bringt, muss der Anwender auch Netz- und Leistungsausfälle einkalkulieren.
Die großen Anbieter von Cloud-Computing garantieren nur eine Verfügbarkeit von 99,9 bis maximal 99,95 % - viel zu wenig für unternehmenskritische Aufgaben. Rein rechnerisch würden die Systeme damit im Dauerbetrieb durchschnittlich für 8,7 beziehungsweise 4,3 Stunden pro Jahr nicht zur Verfügung stehen.
Für unternehmenskritische Anwendungen eignet sich Cloud-Computing daher nicht, denn je mehr die Geschäftsprozesse von der IT abhängig sind, desto gravierender sind die Folgen von Server-Ausfällen: So können beispielsweise Buchungen nicht vorgenommen, Aufträge nicht ausgeführt oder Verkäufe nicht abgeschlossen werden. Je nach Branche können sich Verluste in fünf- und sechsstelliger Höhe ergeben - pro Stunde.
Stationäre Architekturen mit fehlertoleranten Servern erreichen heute eine Verfügbarkeit von über 99,9999 Prozent (”Six Nine”), was einer durchschnittlichen Ausfallzeit von etwa einer halben Minute pro Jahr entspricht. Fehlertolerante Server bieten damit sogar eine höhere Verfügbarkeit als kommerzielle Großrechner.
“Cloud-Computing findet derzeit zu Recht viel Aufmerksamkeit”, erklärt Timo Brüggemann von Stratus in Eschborn. “Er eignet sich allerdings nur für Anwendungen, die nicht unternehmenskritisch sind, also zum Beispiel für On-Demand-CRM, für Business Intelligence oder für Web-Konferenzen. Die Kern-Anwendungen, von denen der Betrieb eines Unternehmens abhängt, benötigen dagegen durchweg Hochverfügbarkeit, die Cloud-Computing nicht bieten kann.”