Domain-Handel: Ende des Booms
Die hohen Erwartungen, die einzelne Spekulanten in den Handel mit Domains setzten, haben sich nicht erfüllt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, lassen sich Domain-Namen kaum noch zu Geld machen.
Mehrere Millionen Domains in aller Welt liegen brach: Sie sind nicht konnektiert, zeigen nur auf die Provider-Standardseite oder stehen seit längerer Zeit „under construction“. Der Grund: Ein großer Teil dieser Domains wurde lediglich mit dem Ziel registriert, sie Gewinn bringend zu verkaufen.
Auch hierzulande: Zurzeit sind über 12 Millionen .de-Domains registriert, doch nur die Hälfte davon wird zum regulären Web-Publishing eingesetzt.
Ein großer Teil der Domains wird nur als Co-Domain eingesetzt, damit eine wichtige Website durch unterschiedliche Eingaben aufgerufen werden kann.
Gängig ist auch die Verwendung sinnverwandter Domain-Namen, um so genannte Type-Ins auf eine Website zu ziehen. Wer z.B. www.waldarbeit.de eingibt, landet auf der Website eines renommierten Herstellers von Motorsägen.
Ein großer Rest soll dem Besitzer irgendwann einen Riesengewinn bescheren. Vorausgesetzt, ein Käufer hat wirklichen Bedarf und das entsprechende Geld auch flüssig. Doch das kann dauern.
Der Grund: Wer eine neue Domain registrieren möchte, ist nicht nur auf di Endungen “.com”- oder “.de” angewiesen. Kleinstaaten auf der ganzen Welt stellen ihre TLDs zur Verfügung, um mit der Registrierung die Staatskasse zu füllen.
So erhalten Menschen aus dem Fernseh-Business von den Tuvalu-Inseln ihre “.tv”-Domain, die dem kleinen Staat die Eintrittsgebühr zu den Vereinten Nationen einbrachte. Sehr beliebt als Endung auch das “.cc“ der Kokosinseln. Besonders patriotische Bayern können in Weißrussland eine “.by”-Domain anmelden. Kostet allerdings rund 250 Euro im Jahr.
Ein besonders hoher Schaden ist den Spekulanten eigentlich nicht entstanden: Eine “.de”-Domain zu blockieren, kostet nicht mehr 6 Euro im Jahr. Pech hatte eigentlich nur, wer den Wunschnamen für seine Homepage nicht mehr anmelden konnte.