Mallorcas dunkle Seite
Fortsetzung des Telefonates mit Alexander Iwanow.
Ein riesiges Problem auf Mallorca sind auch die Drogen. Hier wird ziemlich alles konsumiert, was vom Gesetz verboten ist.
Ich denke, die Renner sind Bier und Sangria?
Das trinken die deutschen Party-People an der Playa, die sind harmlos. Aber: Rund 1/3 der Mallorca-Touristen sind Spanier vom Festland, von denen mehrere Millionen nur wegen der Drogen auf die Insel reisen. Fast ein Paradies, was sie hier vorfinden.
Wo genau?
Berüchtigt sind die Bottelones am Paseo Maritimo in Palma. Hier betrinken sind tausende von Jugendlichen in aller Öffentlichkeit. Oft nimmt man auch Koks oder Pillen hinzu, das macht den Rausch noch spannender.
Sehr beliebt sind die Pillen-Partys. Ein Teller geht um, und jeder wirft etwas drauf, Amphetamine, Ephedrin, aber auch Potenzmittel oder ein Schmerzmittel vom Tierarzt. Dann nimmt sich jeder ein paar Tabletten und wartet, was passiert. Die Ergebnisse sind gemischter Natur.
Wo gibt’s die Drogen zu kaufen?
Zentrum des Drogenhandels ist die Baracken-Siedlung Son Banya beim Flughafen. Die Häuser haben sogar farbige Lampen, an denen der Kunde erkennt, welche Drogen dort verkauft werden.
Die Polizei kann dagegen doch nicht machtlos sein?
Irgendwie schon. Ein Beispiel: Anfang 2009 wurden fast 30 Personen aus Son Banya zu langen Haftstrafen verurteilt, praktisch der ganze Clan um Francisca Cortés Picazo, auch bekannt als “La Paca”. Als ihre Nichte “La Parrala” nach 6 Monaten aus der Haft entlassen wurde, warteten schon 2 Drogen-Gangster aus Santa Catalina, die sie auf offener Straße erschossen.
Hart.
Waren aber keine Profis, denn einer schoss sich ins Bein. Er wurde geschnappt, als er sich im Krankenhaus behandeln ließ. Danach versprach Gabriel Cortés Radó, der neue Chef von Son Banya und bekannt als “El Pelon”, blutige Rache. Er kündigte vor laufenden Kameras an, dass man die beiden töten würde. Der Polizei von Palma wird die Arbeit also nicht ausgehen.
Was du nicht alles mitkriegst, Alex.
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